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Es ist 6.00 Uhr morgens. Im Juradorf in der "Hersbrucker Schweiz" beginnt ein neuer Arbeitstag. Der Schmied schließt seine Werkstatt auf und stellt das Gebläse an. Das Feuer in der Esse beginnt zu flackern. Eine wohltönende Männerstimme ist zu hören. Der gut gelaunte Handwerker singt sein Lieblingslied: "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Stimmt ein, stimmt all' mit ein und lasst uns fröhlich sein."

Diese Zeremonie des Arbeitsbeginns macht Leute, die aus der Stadt zugezogen sind, neugierig. Ein Gespräch mit dem "singenden Schmied" bringt Aufklärung. Der Interessierte erfährt: In Alfeld, dem oben genannten Juradorf, gibt es einen Männergesangverein, der im Jahr 1852 gegründet wurde. Weitere Auskünfte müssten bei der Vorstandschaft des Vereins eingeholt werden. In den Vereinsunterlagen fand sich dann eine "Bescheinigung über die Gründung des Vereins".


Gesangverein Alfeld im Jahre 1894

Sie lautet: Der MG Alfeld wurde im Oktober 1852 von sieben sangesfreudigen Männern gegründet. Der damalige Chorleiter Musiker Johann Maul war die Triebkraft zur Gründung des Vereins. Nach dem durch Kriegseinwirkung das Protokollbuch mit der Gründungsniederschrift mit verschiedenen Akten und damaligen Notenmaterial vernichtet wurde, konnte durch noch zwei lebende Sängerkameraden und Ehrenmitglieder Johann Peller und Andreas Högner der Beweis des 100jährigen Bestehens erbracht werden.

Auf Grund dieser Bescheinigung und der eidesstattlichen Erklärungen sieht sich die Vereinsleitung berechtigt, im Jahr 2002 das 150jährige Bestehen des Gesangvereins 1852 zu feiern. Außerdem findet sich in einem "Verzeichnis der im Bezirk des Landgerichts Sulzbach bestehenden nicht politischen Vereine angelegt 1850" aus dem Jahr 1866 ein Hinweis auf das Bestehen eines Sängerbundes in Alfeld.

In einem weiteren "Verzeichnis der im Bezirke des königlichen Bezirksamtes Sulzbach bestehenden nicht politischen Vereine" aus dem Jahr 1870 steht eine Eintragung mit folgendem Wortlaut:
"Gesangverein in Alfeld. Pflege des Gesangs und geselliges Vergnügen - Vorstand: Unterhändler Müller, Dirigent: Lehrer Graedler, Kassier: Johann Kellermann"In der genannte Bescheinigung über die Gründung des Vereins mit den eidesstattlichen Erklärungen aus dem Jahr 1957 wird auf das nicht mehr vorhandene Protokollbuch mit der Gründungsniederschrift hingewiesen. Daraus wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Aufzeichnungen über das Vereinsleben gemacht werden, damit nachfolgende Generationen über die Entwicklung und die Leistungen des Vereins in Kenntnis gesetzt werden können. Das ist im Fall des Gesangvereins 1852 gut gelungen. Drei sorgfältig geführte Protokollbücher geben seit dem Jahr 1894 detailliert Auskunft über das Vereinsleben.



Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum unter den vier Linden

Beim Studium der Unterlagen des Vereins erkennt man, dass von den Mitgliedern strenge Regeln befolgt werden mussten. Der Eintritt in den Verein erfolgte lange Zeit durch Abstimmung mittels Ballotage (laut Duden: eine geheime Abstimmung mit weißen oder schwarzen Kugeln). Zusätzlich fanden Stimmprüfungen statt. Das Verhalten der Mitglieder bei den Proben und den Veranstaltungen wurde beobachtet und, wenn nötig, gerügt. Eine Satzung ordnet das Vereinsleben. Außerdem laufen die Aktivitäten meistens nach einem geregelten Jahresprogramm ab, mit einer Jahreshauptversammlung, etwa 4 Ausschusssitzungen, durchschnittlich bis zu 30 Singstunden und fest eingeplanten Veranstaltungen, wie Konzerten, Teilnahme an kirchlichen Festen, Ereignissen in der Gemeinde u.a. Mit den Auftritten bereichert der Gesangverein 1852 das Geschehen im Alfelder Dorfleben.


Die Hälfte des Monats Juli 1977 war schon vorbei, als fleißige Helfer des Gesangvereins 1852 sich auf einen Berg südlich von Alfeld zu schaffen machten. Der "Festplatz unter den vier Linden" musste hergerichtet werden, damit Tische und Bänke aufgestellt werden konnten. Im Geäst der Bäume wurden bunte Lichterketten aufgehängt. An den Zufahrtswegen steckten einige Männer Fackeln in die Erde, diese sollten den Festgästen nachts heimleuchten. Für den 23. Juli 1977 war eine Veranstaltung des Gesangvereins 1852 Alfeld angesagt worden - die "Serenade unter den vier Linden".

Am Abend des genannten Ereignisses versammelten sich auf dem Festplatz viele Einwohner aus Alfeld und Umgebung. Neben den Mitgliedern des Veranstaltervereins 1852 Alfeld wirkten der Gesangverein Liederkranz Alfeld, Gesangverein Thalheim, Concordia Förrenbach, ein Bläserquartett des Posaunenchors Alfeld und das "Streichquartett Spindler" mit. Als Ehrengäste waren Bürgermeister Leonhard Bruckner, Pfarrer Christian Holler und Kreisrat Hermann aus Kainsbach vertreten. Die Gesamtleitung dieser 1. Serenade unter den 4 Linden hatte der Chorleiter des Gesangvereins 1852 Alfeld, Herr Werner Hammerbacher.

Der Schriftführer Rudolf Söhnlein schilderte den musikalischen Beitrag dieser Veranstaltung wie folgt:
"Der Jubiläumsverein leitete den Abend mit dem Kanon Abendstille ein. Ein exakt von einem Streichquartett unter Leitung von Professor Spindler vorgetragener Presto-Satz von Mozart folgte. Der Gesangverein Liederkranz steuerte unter Leitung von Hans Ehras zwei Lieder bei. Danach wieder das Streichquartett mit einem beschwingten Mozart-Menuett. Anschließend sang der Gesangverein Concordia Förrenbach und der Gesangverein Thalheim zwei Lieder. Zur Überraschung der Zuhörer ließ nun ein Bläserquartett des Alfelder Posaunenchors vom Felsen herab mehrere Weisen erklingen, nachdem die hereinbrechende Nacht das Tal und den Ort in Dunkel gehüllt hatte."
Seit diesem Festtag wird die "Serenade unter den 4 Linden" jedes Jahr veranstaltet.


Serenade 1991

Weitere nennenswerte Veranstaltungen verteilen sich über den Zeitraum des Jahres wie folgt:

Adventsabend mit Ehrungen
Weihnachtskonzert in der Kirche
Singen am Dorfplatz - Hl. Abend
Weihnachtsball am 26.12.
Singen am Kriegerdenkmal - Volkstrauertag
Gesang bei Beerdigungen von Mitgliedern
Teilnahme an Jubiläen anderer Vereine
Singen beim Erntedankfestgottesdienst
Ständchen für Jubilare


Die Aufstellung zeigt, dass der Gesangverein 1852 Alfeld ein sehr aktiver Verein ist, der der Dorfgemeinschaft bei vielen Gelegenheiten mit seinem Gesang dient und damit das kulturelle Geschehen der Region positiv beeinflusst.

In diesem Zusammenhang dürfen die Verdienste der Chorleiter nicht übersehen werden. Ehrenchorleiter Johann Lederer erntete für seine Leistungen während seiner 35jährigen Amtszeit hervorragende Anerkennung. Der jetzige Chorleiter, Herr Werner Hammerbacher, wurde zum 25jährigen Chorleiterjubiläum vom 1. Vorstand Friedrich Maiß mit folgendem Lob bedacht: "Für den Verein war Werner Hammerbacher ein Glücksgriff. Sein Talent, Musik zu vermitteln und erkennbar zu machen hat den Verein auf einen sehr guten Weg gebracht. Werner Hammerbacher verfügt aber noch über andere Talente. Er bringt es immer wieder fertig, Instrumentalgruppen, Solisten und neue Vereine für die musikalischen Veranstaltungen seines Vereins zu interessieren und sie zum Mitgestalten zu bewegen.


Chorprobe im Schulhaus für die Serenade 1996


Beim Studium der Protokollbücher konnte festgestellt werden, dass die Mitglieder des Gesangvereins 1852 schon immer ziemlich "reiselustig" und gewillt waren, über den "Dorfrand" hinauszuschauen. Zuerst wurde mit Fuhrwerken in die "weitere" Umgebung gefahren, wenn die Fußwege doch zu lange waren. Später benützte man Kombinationen von Verkehrsmitteln.
Im 1. Niederschriftenbuch fand sich ein Hinweis auf eine Fahrt nach Lohe bei Nürnberg vom 7. Juni 1925. Hier wurde berichtet, dass der Transport der Mitglieder von Alfeld nach Hersbruck mit Fuhrwerken stattgefunden hat, die die Herren Fischer von Otzenberg und H. Hummer, Rosenmühle gratis zur Verfügung gestellt haben. Die Weiterfahrt geschah vom Bahnhof Hersbruck rechts der Pegnitz nach Nürnberg mit dem Zug. Für die Fahrzeit von Alfeld nach Hersbruck rechnete man gut zwei Stunden. Pro Mitglied wurde 1,-- Mark Fahrtauslagen erhoben. Alle übrigen Auslagen deckte die Vereinskasse. Die weiteren Ausflüge geschahen schon mit Autos. Die Fahrt nach Altdorf/Rasch am 13.05.1928 fand mit dem Wagen der "Bürgerbrauerei Hersbruck" statt - kostenfrei. Der Fahrer erhielt ein Trinkgeld von 25,-- Mark. Am 29.04.1934 fuhren die Mitglieder des Gesangverein 1852 mit Angehörigen nach Kelheim und Regensburg. Vom Postamt Hersbruck war ein "Triebwagen mit Anhänger" gemietet worden. Der Fahrpreis betrug gesamt R.M. 164,80.
2 Reisebusse aus Hersbruck brachten die Reisegesellschaft am 09./10. Juli 1955 zum Bodensee. Nach Eschenau wurde am 20.05.1960 mit 2 Postomnibussen gefahren. Am 10.07.1961 erfolgte eine Fahrt an den Königsee.


Ausflug zum Salzbergwerk "Berchtesgadener Land" im Juli 1961

Herr Pickel aus Engelthal fuhr den Verein am 29.10.1961 nach Flossenbürg. Am 28.10.1962 ging es wieder einmal nach Regensburg, am 27.07.1968 war das Ziel Garmisch.Das Busunternehmen Bruckner Sulzbach brachte die Reiselustigen am 12.07.1970 nach Oberstdorf und am 30.09.1972 nach München. Würzburg wurde am 30.06.1973 besucht.
Im Jubiläumsjahr 1977 besuchte man vom 18-19. Juni zusammen mit den Alfelder Musikanten die Stadt Alfeld an der Leine. Zur 25jährigen Jubiläumsfeier der Sängergilde Alfeld besuchte man vom 24.-25. März 1979 erneut die namensgleiche, hessische Stadt.
Für die Moselfahrt am 27./28.06.1987 bestieg man sogar einen Doppelstockbus. Die Vereinsmitglieder interessierten sich für die Landesgartenschau in Dinkelsbühl am 24.09.1988. Das Reiseunternehmen Hense Hersbruck brachte am 28.04.1990 die Sänger zum 25jährigen Jubiläum des Gesangvereins Harmonie nach Heppenheim.

Die Fahrt an den Rhein vom 27./28.06.1992 und den Ausflug vom 24./25.10.1992 wiederum nach Heppenheim unternahm man mit dem Reiseunternehmen Hirschmann.


Rüdesheim am Rhein 1954

Mit dem 3-Tagesausflug nach Verona zur Opernaufführung von Turandot, der vom 04.-06.08.1995 stattfand, beendete der Gesangverein 1852 Alfeld vorläufig die Serie der Ausflüge. Neue Verpflichtungen stehen an. Der Verein bereitet sich auf die 150 Jahrfeier im Jahr 2002 vor.


In der schon erwähnten Bescheinigung über die Gründung des Vereins wird von "sieben sangesfreudigen Männern" gesprochen, die den Verein im Oktober 1852 gegründet haben. Während der ersten 50 Jahre des Bestehens vom GV 1852 stieg die Anzahl der Mitglieder auf 21.

Die Zugehörigkeit zum Verein wurde durch das Tragen des Vereinszeichens dokumentiert. In der Niederschrift vom 29. April 1894 steht der Vermerk: "Die Vereinszeichen sind von nun ab bei allen Festlichkeiten zu tragen". Das Vereinsleben regelte man durch die "Vereinsstatuten", die einer Genehmigung des Königlichen Bezirksamtes bedurften. Strenge Regeln beeinträchtigten sogar die Feierlichkeiten des Vereins. Für die Christbaumverlosung beim Weihnachtsball musste ein Verlosungsplan der Regierung zur Genehmigung vorgelegt werden. Der Verlosungswert war anzugeben. Er wurde auf 25,-- M angesetzt.

Bei der Überprüfung der 2. Periode des Bestehens des Vereins von 1902 - 1952 fällt vor allem die Auflistung der finanziellen Probleme auf. Mit Theateraufführungen beabsichtigten die Mitglieder, die Vereinskasse auszubessern. Beim Weihnachtsball wurde eine Christbaumverlosung oder Christbaumversteigerung durchgeführt. Zur Unterhaltung im Fasching gab es komisch-theatralische Aufführungen. Die Eintrittspreise für die Veranstaltungen bewegten sich zwischen 50 Pf. und 2,-- M.

Ein großes Problem bereitete die Anschaffung eines Klaviers, welches am 27.01.1912 bei Neuppert, Nürnberg zum Preis von 470,-- M gekauft wurde. 100,-- M konnten aus dem Klavierfonds beglichen werden, 200,-- M stellte Zimmermeister Johann Kellermann zu einem Zinsfuß von 4% dem Verein zur Verfügung und 170,-- M blieben auf ein Jahr noch bei der Firma Neuppert zum Zinsfuß von 4% stehen. Im Protokoll vom 3. Februar 1912 steht der Satz: "Für obige Summe haftet der Verein mit seinem ganzen Inventar". Sparsames Haushalten mit dem Geld des Vereins war angesagt. Die Vervielfältigung von Liedern erfolgte durch Abschreiben. Die Kassenberichte schlossen trotz der geringen Möglichkeiten bis nach dem 1. Weltkrieg jährlich mit geringem Überschuss ab. Am 1. Februar 1919 musste erstmals ein Defizit von 6,26 M hingenommen werden. Die Folge war eine Erhöhung der monatlichen Beitragszahlungen von 10 Pf. auf 20 Pf. Am 1. November 1919 weist der "Kassenbestand" wieder ein Plus auf.

Langsam stiegen alle Ausgaben. Während die Musikkapelle 1919 mit 5 Mann noch um 25,-- M Lohn beim Weihnachtsball spielte, mussten 1920 für ein 7 Mann Orchester 250,-- M bezahlt werden. Dabei ist zu beachten, dass es sich immer noch um Goldmark oder Silbermark handelte, denn erst nach 1924 zahlte man mit der Reichsmark. Am 13. November 1921 wurden die Monatsbeiträge von 20Pf. auf 40 Pf. erhöht. Die Musikkapelle verlangte am 3. Dezember 1921 mit 5 Mann 350,-- M, am 16. Dezember 1922 bereits 5.600,-- M. Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt. Im Dezember 1923 betrug die Aufnahmegebühr in den Verein eine Goldmark = 1 Billion. 1924 normalisierten sich die Preise wieder. Die Musiker spielten beim Fastnachtsball um 4,-- M pro Kopf.

Während der nächsten Jahre bereitete sich der GV 1852 auf die 75 Jahrfeier vor. Am 14. und 15. Mai 1927 wurde dieses Jubiläum gebührend gefeiert. Viele Vereine versammelten sich auf dem Festplatz, der von Georg Maul (Pirner) in seinem Obstgarten zur Verfügung
gestellt worden war. Die Tanzveranstaltungen fanden im Saal des Herrn Georg Engelhard und im Saal von Frau Käthe Lehnerer statt.

Zur Erinnerung an das gelungene Fest wurde ein Vereinsbild enthüllt. Ende 1927 konnte ein Mitgliederstand von 89 Mann ermittelt werden. 37 aktive Mitglieder, 45 passive Mitglieder und 7 Ehrenmitglieder zählten zum Verein.

Am 24. März 1928 wurde der Beschluss gefasst, dem Deutschen und Fränkischen Sängerbund beizutreten. Von nun an erhielten langjährige aktive Mitglieder Ehrennadeln und Ehrenurkunden der übergeordneten Sängervereinigungen ausgehändigt. Die umliegenden Gesangvereine schlossen sich zu Gruppen zusammen. Zur Sängergruppe Alfeld gehörte damals der Gesangverein Alfeld, der Gesangverein Thalheim und Eintracht Thalheim. 1929 erhielten für 30jährige aktive Sängertätigkeit Johann Michael Erdner und Johann Kellermann, Zimmermeister die silbernen Bundesnadeln vom Deutschen Sängerbund und die dazugehörigen Ehrenurkunden. Bei der Weihnachtsfeier 1932 wurde die Auszeichnung Herrn Johann Peller, Schreinermeister übermittelt.

Vom 22.04.1939 bis 26.10.1946 finden sich keine Einträge im Protokollbuch wegen des 2. Weltkriegs.

Am 26.10.1946 werden die Gesangesproben wieder aufgenommen. Der Mitgliederbestand betrug am 03.11.1946 34 Männer, aufgeteilt in 21 aktive Sänger und 13 Passive. 4 ehemalige Mitglieder waren gefallen, 2 verstorben und 2 vermisst. Der Verein gedachte an 10 Kameraden, "die noch hinterm Zaun in Gefangenschaft sind". Bis 1948 durften 5 Vereinsmitglieder aus der Gefangenschaft heimkehren.

Das Jahr 1952 rückte näher. Der Verein bereitete die 100 Jahrfeier vor.

Am 21. Januar 1952 wurden die Termine für den Festkommers und weiteren Feierlichkeiten festgelegt. Das große Ereignis sollte am 7. und 8. Juni 1952 stattfinden. Einer der ersten Vorschläge befasste sich mit der einheitlichen Kleidung der Vereinsmitglieder. Er lautete: "Bis zum Fest soll jeder Sänger eine Sängermütze besitzen". Zur Frage der Örtlichkeit des Festplatzes holte man eine Genehmigung von der Gemeindeverwaltung ein. Demzufolge konnte die Feier am "Kühberg" unter den 4 Linden stattfinden. Ein Fotograf erstellte das Vereinsbild. Das Angebot von Atelier Müller, Hersbruck über die Summe von 480,-- DM betreffend, fand Zustimmung. Erinnerungsbänder und Festabzeichen mussten bestellt werden. Sämtliche Vereinsmitglieder wurden aufgefordert, bei der Erweiterung der Anmarsch- und Anfuhrwege zum Festplatz mitzuhelfen. Verkaufsbuden am Festplatz durften nur ortsansässige Geschäftsleute aufstellen. Vereinsmitglieder sollten bevorzugt werden. Vom Gewinn des Verkaufs war eine bestimmte Abgabe an den Verein zu leisten.

Das Problem, Parkplätze für Fahrräder und sonstige Verkehrsmittel zu schaffen, wurde erörtert. An 33 Vereine aus der Region ergingen Einladungen. Nach diesen Vorbereitungen musste der Termin für die 100 Jahrfeier leider verschoben werden, weil innerhalb der Ortschaft die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen war. Zum Glück hat die MKS nicht weiter um sich gegriffen, sodass ein neuer Zeitpunkt für die 100 Jahrfeier festgelegt werden konnte.

Am 19. und 20. Juli 1952 fand das Jubiläum statt. Alle Vereine mussten noch mal eingeladen werden. Das Festprogramm wurde wie vorgesehen abgewickelt. Der 2. Vorsitzende des Fränkischen Sängerbundes, Alois Kremer überreichte dem Verein eine Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes. Der Verlauf des Festes war erfreulich. Die 100 Jahrfeier war gelungen. Besonderer Dank erging an Leonhard Bruckner wegen der tatkräftigen Unterstützung bei den Vorbereitungen des Jubiläums.
Während der 3. Epoche der Geschichte des Vereins von 1952 bis 2002 bemühten sich die Mitglieder, das Ansehen der singenden Gemeinschaft zu vermehren.



Bildenthüllung beim 100jährigen Jubiläum

Am 03.11.1946 zählten 34 Angehörige zum Verein, 2002 konnten 132 Mitglieder ermittelt werden. Die Finanzkraft ist auf Grund sorgfältiger Kassenführung seit 1947 um das 100fache gestiegen. Auch die Behörden wurden auf den Verein aufmerksam. Das Landratsamt Hersbruck stellte im September 1967 einen Geldbetrag für die Anschaffung von Notenmaterial in Aussicht. Am 20.10.1968 fand im Deutschen Hof in Alfeld ein Heimatabend statt, bei dem der Gesangverein 1852 zwei Lieder für Rundfunkaufnahmen sang.

Beim Festabend im Jubiläumsjahr 1977 verlas Bürgermeister Bruckner ein Glückwunschschreiben von Ministerpräsident Alfons Goppel. Über den Deutschen Sängerbund und den Sängerkreis Pegnitzau hatte der Verein wegen nachweislicher 100jähriger Pflege des deutschen Liedes 1957 die "Zelter-Plakette" erhalten, die ursprünglich in feierlichem Rahmen von Bundespräsident Theodor Heuß in Köln verliehen worden war.

v.l. Friedrich Maiß, Leonhard Kohl,   Werner Meyer, Heinrich Maul, Hans Kellermann, Emil Scholz, Friedrich Fuchs und Vorsitzender des SK Hersbruck Alois Kremer

Ehrungen beim Festabend zum 125jährigen Bestehen des GV Alfeld

Im März 1978 findet der gemischte Chor zum ersten Mal Erwähnung, an der ersten gemeinsamen Singstunde nahm überraschender Weise nur eine Frau teil. An der Serenade im gleichen Jahr fand dann der erste Auftritt des gemischten Chores unter Leitung von Werner Hammerbacher statt. Erst bei der JHV am 6. Oktober 1994 wurden durch Vereinsbeschluss die Sängerinnen als Mitglieder im Verein aufgenommen.

Erstmalig in der Vereinsgeschichte fand der Kreissängertag am 27.10.1979 im Vereinslokal des GV 1852 statt.

Am 12. Dezember 1982 fanden erstmals Ehrungen von Mitgliedern in der Adventszeit statt. Seit 1983 findet dieser Ehrenabend nun am Samstag vor dem 1. Advent statt.

Der Fränkische Sängerbund wollte in einem Buch ein Foto des Gesangvereins 1852 veröffentlichen. Deshalb wurden am 28.10.1989 Aufnahmen unter den 4 Linden gemacht. Wolfgang Sörgel gestaltete für die Sängergruppe Albachtal eine Musikkassette. Der Chor traf sich deswegen am 22.11.90 im Saal des Vereinslokals zu Tonbandaufnahmen.

Die Chorleiter bemühten sich, das Angebot der Lieder zu erweitern. Volkslieder, Choräle, Kunstlieder, moderne Filmmusik und Opernausschnitte gehören seit einiger Zeit zum Repertoire. Die erfreulichen Leistungen des Vereins werden auch durch die Tatsache erreicht, dass verschiedene Gesangsgruppen zur Singgemeinschaft gehören. Neben dem Männerchor wirken bei Auftritten der Gemischte Chor, ein Kinderchor und ein Frauenchor mit. Einige Sänger des Vereins treten auch als Solisten auf.

Bei der Feier der 15. Wiederkehr der Serenade am 20.06.1992 fand der 1. Bürgermeister der Gemeinde Alfeld, Herr Pirner für die Leistungen des Vereins lobende Worte. Er forderte die Jugend zum Mitmachen bei kulturellen Veranstaltungen der Gemeinde auf. Dem Wunsch des Gemeindeoberhauptes wird in Alfeld seit vielen Jahren nachgekommen, denn traditionsgemäß steigen die Nachkommen der Mitglieder vom GV 1852 meistens in die Fußstapfen ihrer Eltern und Großeltern. Auch heute noch! Das ist sehr erfreulich. Hoffentlich hält dieser Trend an, damit der Gesangverein 1852 Alfeld noch viele Jahre in der Dorfgemeinde und in der Region wirken kann!

Zur Vorbereitung auf das 150jährige Jubiläum wurden am 3. Juli 1998, bei einem Vereinsessen unter den vier Linden, die Arbeitskreise Musik, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation und Finanzen gegründet. In der JHV am 13. Januar 2000 begann man mit den ersten Vorbereitungen für eine eigene Sängerhalle.

Unter der Nr. 958 wurde der GV 1852 am 23. Juli 2001 beim Vereinsregister des Amtsgerichtes Hersbruck mit dem Namen "Gesangverein Alfeld, Verein für Chor- und Instrumentalmusik e.V. mit Sitz in Alfeld" eingetragen.